Trainingsangebote

Ich biete Ihnen und Ihrem Hund folgende Trainings an:

  • Einzeltraining
  • Gruppentraining
  • spezielle Themenpakete
  • Beratung vor der Anschaffung eines Hundes
  • Ernährungsberatung
  • Training zur Verhaltenskorrektur
  • Anti-Jagd-Training
  • Fährtenarbeit/Mantrailing

Für nähere Informationen zu den Angeboten klicken Sie bitte auch die Überschriften oder die Einträge in der Navigation.

 

Warum bieten wir keine hundesportlichen Aktivitäten, wie z.B. Agility, an?

Die Angebotspalette an Kursen um Thema Hundesport ist in den letzten Jahren fast unüberschaubar geworden. Das Thema Beschäftigung nimmt großen Raum in der Hundeszene ein und oft hat man den Eindruck, dass die Lebensart unserer Freizeitgesellschaft sich 1:1 auf unsere Hunde überträgt. Viele Hunde haben einen Stundenplan der mir als Mensch schon Schweißausbrüche auf die Stirn treibt 🙂 Da geht es zum Agility, Dogdancing, Dummy-Training, Breitensport, Flyball, Disc-Dogging, usw. Für viele Hunde bleibt da kaum Zeit zum Ausspannen und einfach nur „Hundsein“.

Für mich stellt sich dabei immer wieder die Frage: Machen die Hunde dabei wirklich so gern mit wie wir es gern sehen? Sind sie wirklich völlig freiwillig dabei? Oder sind nicht vielleicht doch einige mit ihrem Stundenplan etwas überfordert? Natürlich ist mentale Stimulation für unsere Hunde eine wichtige Sache, aber sie sollte wohldosiert und dem natürlichen Ruhebedürfnis des jeweiligen Hundes angepasst sein. Ich persönlich gebe dabei auch den etwas „gemütlicheren“ Varianten den Vorzug wie z.B. verschiedenen Formen der Nasenarbeit. Schaut man sich einmal genauer an wie konzentriert Hunde neue Örtlichkeiten erkunden fällt auf wie sehr sie auch das schon auslasten kann. Das alltägliche Zusammensein mit uns Menschen ist oft schon sehr aufregend und auch anstrengend, umso wichtiger empfinde ich das gemeinsame relaxen, oder auch „rumgammeln“ mit unseren Hunden. Zuzuschauen wie ein Hund einfach nur Hund sein kann ist für mich immer wieder ein schönes, intensives Erlebnis und ich habe das Gefühl das diese Momente unser Hund/Mensch Team ganz besonders zusammenschweißen.

Folgenden Text zu diesem Thema konnte ich von der Hundeschule dogcom, Sonja Hoegen, mit freundlicher Genehmigung übernehmen. An dieser Stelle noch mal vielen Dank dafür. Er zeigt auf wie wichtig es ist über das Ruhebedürfnis unserer Hunde nachzudenken und darauf Rücksicht zu nehmen:

Das Ruhebedürfnis der Hunde

Hunde sind wie Katzen. Sie brauchen genau soviel Schlaf. Sie sind sich genetisch sehr ähnlich. Nur ziehen sich Katzen – selbstständig wie sie sind – zurück, wenn sie Ruhe brauchen. Hunde tun das oft nicht. Auch besonders unabhängige Rassen wie Shiba Inu, Laika oder Kangal nehmen sich nicht den Schlaf, den sie bräuchten. Außer, sie haben gelernt, darauf zu bestehen. Oder sie leben nicht mit Menschen zusammen. Verwilderte Haushunde in Italien und Spanien beispielsweise leben mit einem gesunden Ruhe-Rhythmus.

Das Erkennen des Ruhebedürfnisses ist noch angeboren. Das Beharren darauf allerdings nicht mehr. Haushunde wurden dazu gezüchtet, stets einsatzbereit und willig zu sein. Sehr deutlich ist dies bei den logischerweise am meisten benutzten Rassen: Golden Retriever, Jack Russell Terrier, Deutscher Schäferhund, Border Collie, etc. Diese Hunde sagen selten: „Ich will nicht mitmachen.“ Mit der Förderung dieser „Ich bin dabei“-Eigenschaft hat sich der Mensch einen Gefallen getan – und auch wieder nicht. Dem Hund übrigens auch nicht.

Schlaf und Ruhe sind lebenswichtig. Im Schlaf werden die Geschehnisse der Tage verarbeitet. Darum haben Hunde – wie auch Menschen – nach einem außergewöhnlich anstrengenden Tag einen tiefen oder unruhigen Schlaf, je nachdem ob der Tag körperlich oder geistig anstrengend war. Das Ruhebedürfnis von Menschen und dessen Unterschreitung wurde erst an Mäusen, dann an Hunden und schließlich an Menschen untersucht. Alle zeigten die gleiche Entwicklung (was ironisch ist, denn Humanforscher ziehen gerne den Hund heran, um Ergebnisse für den Menschen zu erhalten. Vielen Kynologen wiederum ist der Mensch-Hund-Vergleich verhasst. Sie fürchten die Vermenschlichung des Hundes. Die Ableitung Hund-Mensch ist also in Ordnung, die Ableitung Mensch-Hund aber nicht?). Im ersten Stadium des Schlafentzugs wurden die Hunde überdreht. Im Zweiten unkonzentriert, grobmotorisch und fahrig. Im Dritten nervös und schnell reizbar. Im Vierten aggressiv und kränklich. Im fünften Stadium erkrankten sie schwer und / oder chronisch.

Im Lauf der Trainingsjahre hat sich dabei folgendes gezeigt. Retriever-Rassen verharren nicht allzu lange oder deutlich im Stadium der Aggression. Sie werden schneller chronisch krank, leiden zum Beispiel an Hautkrankheiten, da Schlafmangel das Immunsystem schwächt. Terrier-Rassen hingegen sind länger und auffälliger aggressiv, und fallen erst nach vergleichsweise langer Zeit in das Stadium der schweren Krankheit. Aggression ist kein schlechtes Benehmen. Sie ist eine Warnung, ein deutliches Zeichen, dass der Hund überfordert ist. Es gilt, spätestens in diesem Stadium einzugreifen, bevor irreparable körperliche Schäden eintreten.

Viele Krankheiten können mit Überforderung in Zusammenhang gebracht werden, da Stress den Körper in seiner Gesamtheit schwächt. Krebs, Allergien, Organversagen und neurale Störungen werden auch beim Menschen durch Überforderung (mit-)verursacht.

Wie viel Schlaf und Ruhe braucht also ein Hund? Erwachsene Hunde: 17 bis 20 Stunden. Welpen, Senioren und Kranke: 20 bis 22 Stunden. Eben wie Katzen. Dazu zählt auch das gemeinsame Rumhängen vor dem Fernseher.

Manchmal sagen Kunden darauf, dass ihr Hund aber nicht von selbst so viel schliefe. Nun, es muss ihm natürlich beigebracht werden, da Hunden, wie schon vorher erwähnt, das Einhalten des natürlichen Ruhebedürfnisses abgezüchtet wurde. Ein Ritual der Ruhe sollte etabliert werden. Manche Hunde sind so daran gewöhnt, immer in Aktion zu sein, dass sein Mensch sich anfangs mit ihm hinlegen muss.

Ein Nickerchen ist angebracht. Kein schlechtes Gewissen, wenn sich der Hund an seinen Menschen drückt, und die Ohren über die Augen klappt. Schlafende Hunde soll man nicht wecken.
(copyright Sonja Hoegen, hundeschule dogcom)

Warum bieten wir keine Welpenspielgruppen an?

Es ist nicht einfach eine gut zueinander passende Welpenspielgruppe zusammenzustellen. Auf der einen Seite sollen die Welpen lernen mit Hunden jeder Größe und Rasse umzugehen, auf der anderen Seite ist es schon schwierig einen 12 Wochen alten Neufundländer mit einem 12 Wochen alten Westie harmonisch spielen zu lassen. Organisatorisch ist es in der Praxis oftmals schwierig 6-8 unterschiedliche, aber doch zueinander passende Welpen in einer Gruppe zusammen zu bringen. Auch das biologische Alter muss dabei Berücksichtigung finden.

Bereits vor einigen Jahren sind wir dazu übergegangen auch mit den Welpen im Einzeltraining zu arbeiten. Das bedeutet nicht, dass wir der Meinung sind Welpen sollten steril aufgezogen werden, ganz im Gegenteil! Kontakte mit Artgenossen und Umweltreizen sind sehr wichtig, sollten jedoch gut dosiert eingesetzt werden. In unseren Übungseinheiten hat der Hund die Gelegenheit gut sozialisierte Artgenossen jeden Alters, jeder Größe und Rasse kennenzulernen. Auch Umweltreize jeglicher Art gehören dazu. Da das Training dort abläuft, wo sich „das Leben“ abspielt, trifft man auf Spaziergänger, Fahrradfahrer, Jogger, usw. Im Einzeltraining können diese Situationen kontrolliert ablaufen und dem Entwicklungsstand des Welpen angepasst werden. So werden Überforderungen, die sich sehr negativ auf sein weiteres Leben auswirken, vermieden. In den kurzen Einheiten lernt der Welpe zu lernen, eine vertrauensvolle Bindung zu seinen Menschen aufzubauen und seine Motorik und Geschicklichkeit dem Alter entsprechend auszubauen. All das geschieht auf spielerische Art und Weise. Auch die ersten Grundkommandos können so spielerisch und ohne Ablenkung, individuell Ihrem Welpen angepasst, aufgebaut werden. Die Menschen lernen in den Übungseinheiten bereits sehr viel über die hundliche Kommunikation, die Körpersprache ihres Welpen zu „lesen“ und entsprechend zu handeln. Ist erst die entsprechende Kommunikation zwischen Hund und Mensch entstanden, funktioniert vieles fast von allein. Das Wichtigste das der Hund in dieser Phase seines Lebens lernen sollte ist: Mein Mensch ist absolut vertrauenswürdig, berechenbar und in der Lage auch mit angsteinflößenden Situationen souverän umzugehen!

In vielen Spielstunden läuft es leider ganz anders ab.

Oftmals trifft man auf viel zu große Gruppen, in denen bis zu 20 Welpen unkontrolliert wild durcheinander laufen. Teilweise trifft man in diesen Gruppen auch noch auf Junghunde die bereits mitten in der Pubertät stecken und in einer Welpengruppe nichts mehr zu suchen haben! Die Qualifikation und Erfahrung der Spielgruppenleiter lässt ebenfalls oft zu wünschen übrig.

Es gibt zur Zeit 2 Extreme: Entweder laufen die Gruppen nach dem Motto ab: „Das regeln die schon untereinander“. In diesen Gruppen wird überhaupt nicht regulierend eingegriffen und so werden bereits hier viele Mobber erzogen, die gelernt haben, dass man mit anderen Hunden alles machen kann. Die zurückhaltenderen Hunde werden hier regelrecht von den Raufern traumatisiert und verlassen die Welpengruppe als sehr ängstlich gegenüber Artgenossen. Häufig entwickeln sie sich im Laufe ihres weiteren Lebens selbst zum Mobber sobald sie auf Hunde treffen, die noch unsicherer als sie sind. Besitzer, die ihre Welpen intuitiv aus solchen Situationen retten wollen, werden davon abgehalten mit der Begründung: „Das muss er lernen, da muss er durch“. Das Vertrauen des kleinen Hundes zu seinem Menschen wird dadurch nicht besonders gefördert.

In anderen Gruppen wird schon beim kleinsten Anzeichen einer aufkommenden „Diskussion“ eingegriffen und damit fast jede Art der Kommunikation unterbunden. Sehr oft werden dabei so fragwürdige Erziehungsmethoden wie das „Auf den Rücken werfen“ angewandt. Schnell wird damit das Vertrauen in den Menschen tief erschüttert.

Viele Welpenspielgruppen laufen ab wie eine riesige Hundeparty! Da wird getobt, bespasst, gerauft und gerannt – die Welpen pushen sich dabei regelrecht hoch und kommen tatsächlich nach Hause, wie ein Kind das vom Kindergeburtstag kommt: Sie können nicht zur Ruhe kommen. Verantwortlich dafür ist der hohe Stresshormonpegel, der zwangsläufig bei so viel Action entsteht. Leider bleiben diese Welpen oft den Rest ihres Lebens recht stressanfällig, da sich der Organismus bereits im frühen Alter darauf eingestellt hat. Dazu haben die Welpen dann noch die Erfahrung gemacht: Juchhuuuuu, andere Hunde, da ist mein Mensch doch sofort völlig unwichtig. Werden unter diesen Umständen auch noch Kommandos zum Grundgehorsam eingebracht, artet das Ganze schnell in das totale Chaos aus. Nach unserem Verständnis hat der Kommandoaufbau nichts in einer Welpenspielgruppe verloren. Unter dieser großen Ablenkung ist es nicht möglich auch noch etwas komplett Neues zu lernen. Der Welpe hat alle möglichen anderen Dinge im Kopf und zu verarbeiten. Die Besitzer werden dann schnell ungeduldig und ungerecht, wenn es dann nicht so klappt wie sie sich es vorstellen.

Den Spielgruppenleitern fehlt oftmals die Erfahrung solche Zustände zu verhindern. Vielfach wird die Verantwortung für die Welpenspielgruppen den Anfängern unter den Hundetrainern übertragen, nach dem Motto: Ach die Welpen, da kann ja nichts passieren, das kriegt sie/er schon hin. Weit gefehlt! Die Welpenspielgruppe ist die wichtigste Station im Leben eines Hundes, hier wird der Grundstein für sein weiteres Verhalten gelegt! Eigentlich dürften die Welpenspielgruppen nur von den besten und erfahrensten Trainern geleitet werden!

Gottlob gibt es aber nicht nur diese Negativ-Beispiele, sondern auch einige recht gute Welpenspielgruppen. Sollten Sie weiterhin auf der Suche danach sein, hier einige Stichpunkte, worauf Sie bei der Auswahl achten sollten:

Bevor Sie sich für eine Gruppe entscheiden, sehen Sie sich auf jeden Fall den Ablauf genau an. Am Besten ohne den eigenen Hund.
Fragen Sie nach der Qualifikation und der Erfahrung des Trainers
Achten Sie auf die Größe der Gruppe: Gut zu überblicken sind Gruppen, in denen sich ca. 6 Welpen tummeln
Achten Sie auf die Zusammensetzung der Gruppe.
Haben Sie ein Auge darauf, ob und wie der Trainer ggfs. einschreitet. Veraltete Erziehungsmethoden, Methoden die mit körperlicher Manipulation arbeiten, Methoden die den Welpen körperlich oder psychisch unter Druck setzen, sollten nicht zu sehen sein.
Eine Welpenstunde sollte nicht in eine Hundeparty ausarten. Immer wieder sollten Ruhephasen eingelegt werden, in denen sich die Besitzer mit ihren Welpen unter Anleitung des Trainers ruhig beschäftigen.
Erkennt der Trainer, wenn ein Welpe überfordert ist?
Werden die Fragen der Besitzer ausreichend beantwortet?
Welche Tipps gibt der Trainer? Entsprechen sie dem heutigen Stand der Hundeerziehung?
Sollen hauptsächlich Kommandos aufgebaut werden? Wird langweilig an der Leine im Kreis gelaufen? Kommandos haben in einer Welpenspielgruppe nichts zu suchen.
In einer guten Welpengruppe geht es nicht darum, den jungen Hund mit Reizen zu überschütten, sondern mehr darum, mit dosierten Einheiten sein Selbstbewusstsein zu stärken und seine Bindung zu den Menschen zu vertiefen. Er soll lernen wie viel Spass es macht gemeinsam mit Ihnen die Welt zu entdecken, gemeinsam mit Ihnen Probleme zu lösen und dass er sich in jeder Situation auf Sie verlassen kann. Durch einfache, gemeinsame Erkundungsübungen kann er hier lernen sich auf Sie zu konzentrieren, obwohl andere Artgenossen anwesend sind. Auf jeden Fall sollten Sie Beide die Welpenspielgruppe mit dem guten Gefühl gemeinsam etwas geschafft zu haben, verlassen. Dann werden die zuvor gemachten Erfahrungen zusammen mit diesem Gefühl abgespeichert und bei entsprechender Gelegenheit mit diesem positiven Gefühl wieder abgerufen. Sie sollten sich wie ein Team fühlen und nicht, als ob Sie gegeneinander gearbeitet hätten. Auf gar keinen Fall sollte ein Mitglied des Teams sich frustriert, oder überfordert fühlen. Auch diese Gefühle werden zusammen mit den gemachten Erfahrungen abgespeichert!

Wie Sie sich auch entscheiden: Wir wünschen Ihnen und Ihrem neuen Familienmitglied auf jeden Fall eine schöne Zeit und das Sie zu einem Team werden, das von gegenseitigem Vertrauen und Respekt geprägt ist!

(bestfriends-bochum Silvia Weber)